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Unterhaltung 14.02.2011 01:15

Interaktives Fitness mit Kinect

(Artikel mit 1 Seite)
Die Funktion von Kinect ist mit dem Satz „Du bist der Controller“! perfekt beschrieben. Dies trifft genau die Idee, die hinter der Erweiterung für die Konsole Xbox360 von Microsoft steckt. Durch die eigenen Bewegungen lässt sich die entsprechende Anwendung an der Konsole steuern. Dieses Prinzip bietet sich daher so für Titel im Bereich Sport, Fitness und Training an.

Welche Technik verwendet Kinect?

Dabei nimmt Kinect jede Bewegung des Anwenders wahr. Der Nutzer kann so direkt die betreffende Anwendung steuern. Allerdings geht dieses Zusammenspiel der Bewegungen bei Kinect weit über das bisher Bekannte hinaus, was man bisher von anderen Geräten her kannte.

Kinect ist in der Lage, den Körper des Spieler dreidimensional zu erfassen. Dazu nutzt Kinect mehrere Kameras, die sich in der Sensorleiste des Gerätes befinden. Zwei Kameras befinden sich dabei dicht beieinander und funktionieren ähnlich wie die menschlichen Augen. So wird aus perspektivisch leicht versetzten Aufnahmen ein 3D-Bild des Spielers produziert und aus der Umgebung herauslöst.

Dazu wird das Bild des RGB-Sensors durch ein Tiefenbild ergänzt, das durch eine Infrarot-Lampe und einen Sensor erzeugt wird. Dazu wird der Körpers des Spielers durch Lichtimpulse ausgeleuchtet. Kinect misst für jeden Bildpunkt die Zeit, die das Licht bis zum Spieler und wieder zurück braucht. Diese noch neue Technologie, die Kinect verwendet, wird auch als Time-of-Flight-Camera bezeichnet.

Die enthaltene Software von Kinect übernimmt mittels eines komplexen Algorithmus die eigentliche Analyse der wahrgenommenen Bewegungen. Hierzu werden rund 20 Eckpunkte des Körpers definiert. So werden permanent die Positionen von Kopf, Schultern, Armen, Händen, Beinen und Füßen des Spielers abgefragt, analysiert und in die Anwendung übertragen. Das System arbeitet somit mit einem Skelett-Modell. Eine ähnliche Idee wurde interessanterweise auch in dem Science-Fiction-Film Minority Report verwendet. Die Zukunft rückt also näher.

Da Kinect aufgrund der Technik die Bewegungen des Spielers in einem dreidimensionalen Raum aufnimmt, werden auch detaillierte Bewegungen von einem oder mehreren Personen verarbeitet. So erkennt das System auch Sprünge, schnelle Bewegungsabläufe oder Bewegungen in der Tiefe des Raumes. Es werden also auch Vor- und Rückwärtsbewegungen wahrgenommen.

Was Kinect nicht kann

Es gibt natürlich auch Grenzen bei Kinect. So ist das System in der jetzigen Ausführung nicht in der Lage, kleinere Körperteile, wie Finger oder Augen, zu erkennen. Zudem arbeitet Kinect nur in einer Entfernung von zwei bis drei Metern zuverlässig. Bewegt sich der Spieler außerhalb dieses Bereiches, werden die Bewegungen nicht mehr korrekt analysiert. Zudem muss der Spieler zwingend vor dem System stehen und die jeweiligen Spiele mit dem gesamten Körper steuern. Eine sitzende Position wird nicht erkannt bzw. wird nicht korrekt umgesetzt. Auch nur geringe Bewegungen, wie man es von anderen Konsolen kennt, sind nicht ausreichend, um das jeweilige Spiel zu lenken.

Daher sind momentan auch nur Spiele aus dem Bereich Party oder Sport auf dem Markt. Die Umsetzung bei anderen Spielformen, z.B. Ego-Shootern oder Adventures sind nicht verfügbar, da hier die Technik wohl an seine technischen Grenzen bei der jetzigen Umsetzung stossen.

Zudem verfügt Kinect selbst über keine Rechnerleistung, sondern die gesamte Arbeit übernimmt die Software, die in der XBox360 steckt. Die geht natürlich auch auf Kosten der Analyse-Geschwindigkeit. So werden bei manchen Spielen die Bewegungen nicht immer korrekt erkannt, wobei dies von Spiel zu Spiel unterschiedlich ist. Allerdings lassen sich schneller und einfacher Updates für Kinect einspielen. So soll zukünftig auch eine Sprachsteuerung integriert werden. Zwar ist die Technik bereits in dem Kinect-Sensor enthalten, diese wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht angesteuert.

Ähnlich verhält es sich mit der Steuerung innerhalb der verschiedenen Produkte. Noch existiert noch keine einheitliche Steuerung der Programme. Fast jedes Spiel bietet eine eigene Steuerung. Der Spieler muss sich also jedes Mal umstellen. Zudem beschränken sich die Befehl noch auf wenige, einfache Handzeichen. Hier kann man nur hoffen, dass die nächsten Updates Abhilfe bringen.

Was wird kommen?

Grundsätzlich bietet Kinect ein wirklich bahnbrechendes Konzept, das noch lange nicht voll ausgeschöpft ist. Sicherlich wird es noch einige Zeit dauern, bis Software-Produkte auf den Markt kommen, die alle Fähigkeiten von Kinect komplett nutzen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind knapp 20 Produkte auf dem Markt, die teilweise heute schon atemberaubende Möglichkeiten bieten. Davon sind gerade einmal eine handvoll Sport- und Fitness-Produkte.

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